das klapprad ist tot!

es lebe das faltvelo oder faltrad!

das klappvelo hiess: "bonanza", "peugeot", "motobécane", "graziella", "hercules", "torpedo", "bianchi" oder "habsburg de luxe" , es war so hässlich, dass wir uns bilder ersparen.

ein wenig "nachruf" auf das klappvelo der 70-er jahre,
zitiert nach gunnar fehlau, "das modul-bike, kiel 1997:

albert herresthal faßt die epoche treffend zusammen:

»dieser (verkaufsboom) wurde allerdings von einem typus getragen, der kaum noch ernsthaft als fahrrad bezeichnet werden kann: dem klapprad. es hatte meist 16- oder 20-zoll-laufräder. der wirtschaftswunder-bundesbürger hatte sich einen wohlstandsbauch angefressen. so wollte er während des urlaubs (mit dem auto, versteht sich) wenigstens beim brötchenholen seine sportlichkeit unter beweis stellen. das klapprad mußte also bequem in den kofferraum passen, sich im handumdrehen montieren lassen und durfte nicht viel kosten - es war ja >nur< ein rad. die klappräder jener zeit waren unter den gesichtspunkten fahrkomfort und ergonomie so schlecht, daß der begriff >klapprad< heute nicht mehr marktfähig ist.«

jörg spaniol, fahrrad journalist, resümiert sarkastisch:

»letzter vorteil des klappmechanismus war oft genug das dadurch geringere müllvolumen«, (radfahren 2/92, s. 38).

der klappradboom verschwand so plötzlich, wie er gekommen war. jedoch hinterließ er tiefe wunden. zum einen hatte sich die erwartung, für ein fahrrad nicht viel geld ausgeben zu müssen, festgesetzt. zum anderen war das vertrauen in die qualität und den alltäglichen nutzwert des fahrrades auf den nullpunkt gesunken. qualität, die ihren preis hat, hatte es von nun an in breiten bevölkerungsschichten schwer. dieses phänomen sollte sich mitte der neunziger jahre unter den stollen des mountainbikes wiederholen und sich nur durch eine portion »technik-fanatismus« und »prestigedenken« vom klappradboom unterscheiden ...